Stellen Sie sich vor: Drei Riesenhochhäuser schießen in Friedrichshain-Kreuzberg in den Himmel und schaffen bis zu 2.000 neue Wohnungen. Genau das plant der Senat, um unsere Wohnungsnot zu bekämpfen, am Gleisdreieck, an der Warschauer Brücke und unweit des Anhalter Bahnhofs.1
Das Bezirksamt prüft derzeit die Verfahrenswege, während Nachbarn mit gemischten Gefühlen zusehen. Wird der Kiez zur Skyline oder bleibt er lebenswert?
Holzriese am Anhalter: Öko-Hochhaus mit Aussicht
Unweit des Anhalter Bahnhofs entsteht nach Plänen ein 98 Meter hohes Holz-Hybrid-Hochhaus, Deutschlands höchstes seiner Art. Die UTB-Unternehmensgruppe und das norwegische Büro Mad Arkitekter sorgen für rund 60 Prozent Wohnfläche plus Gewerbe und öffentliche Nutzungen, Potenzial für Hunderte Wohnungen.
Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg blockt nicht, im Gegensatz zum gescheiterten Karstadt-Projekt am Hermannplatz. Die Öffentlichkeitsbeteiligung läuft, ein Zeitplan steht aber noch aus.
Kurswechsel am Gleisdreieck: Von Büro zu Wohnen
Am Gleisdreieckpark, einem Eckpfeiler in unserer Übersicht der Parks in Friedrichshain-Kreuzberg, wandelt sich die „Urbane Mitte“ vom reinen Bürostandort zu einem Wohnparadies. Der Senat hat die Planungshoheit übernommen und plant in sieben Gebäuden mehrere Hundert Wohnungen, trotz Nähe zu U-Bahnen und Park.
Das ist ein Paradigmenwechsel: Statt versiegelter Randlagen entsteht innerstädtisch Wohnraum. Für uns Nachbarn bedeutet das: Mehr Leute im Park, aber auch mehr Leben im Viertel.
Mega-Turm an der Warschauer Brücke: 1.000 Wohnungen hoch oben
An der Warschauer Brücke rückt ein 167 Meter hoher Wohnturm mit 800 bis 1.000 Wohnungen in den Fokus, größer als das EDGE East Side. Die Senatsverwaltung hat im Januar 2026 das Bebauungsplanverfahren neu eingeleitet, 30 Prozent sollen sozial gefördert werden.2
Architekten wie Henning Larsen und Müller-Reimann stehen dahinter, das Baukollegium hat grünes Licht für den Hochhausstandort gegeben. Doch das Bezirksamt warnt vor Überlastung im ohnehin vollen Kiez.3
Kritik aus dem Bezirk: Zu viel Beton im Grünen?
Nicht alle jubeln: Bürgerinitiativen wie „Hochhausbau stoppen“ zählen schon 20 Hochhauspläne im Bezirk und fordern ein Ende für Klimaschutz. Die Grünen im Bezirksparlament drängen auf Stopp, besonders gegen Projekte wie „The HUB“ gegenüber.4
„Das dient nicht der sozialen Wohnraumversorgung, sondern privaten Investoren“, kritisiert Julian Schwarze. Der Senat setzt auf Verdichtung, der Bezirk auf Balance.
Für Friedrichshain-Kreuzberg heißt das: Mehr Wohnraum dringend nötig, aber auf Augenhöhe mit uns? Die kommenden Beteiligungsrunden entscheiden, ob unsere Skyline rockt oder der Kiez erstickt. Bleiben Sie dran – euer Viertel verändert sich!