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Friedrichshain-Kreuzberg saniert 2025: Straßenbau, Lärm und mehr Sicherheit

Umleitungen und Baustellen stehen an — langfristig sollen Barrierefreiheit, Rad- und Verkehrssicherheit spürbar steigen

Von Lena Marquardt | 11. Dezember 2025
Friedrichshain-Kreuzberg saniert 2025: Straßenbau, Lärm und mehr Sicherheit © Kai Lindemann

Im kommenden Jahr wird es auf vielen Straßen in Friedrichshain und Kreuzberg laut, staubig – und hoffentlich deutlich sicherer.1 Das Bezirksamt hat in einer Pressemitteilung vom 9. Dezember eine ganze Liste an Fahrbahn- und Gehwegsanierungen für 2025 angekündigt.

Für viele Anwohnerinnen und Anwohner bedeutet das erst einmal Umleitungen, wegbrechende Parkplätze und Baulärm – mittelfristig aber weniger Stolperfallen, glattere Straßen und besser begehbare Gehwege. Ziel ist laut Bezirksamt, Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit im Bezirk spürbar zu verbessern.

Was dich erwartet

Wo im Bezirk 2025 gebuddelt wird

Auf der Friedrichshainer Seite stehen unter anderem die Bödikerstraße und die Rochowstraße auf der Sanierungsliste, hier wird die Fahrbahn erneuert. In der Corinthstraße wird das alte Kopfsteinpflaster abgefräst, um die Straße fahrradfreundlicher und leiser zu machen.

Auch mehrere Gehwege werden angepackt: In der Dolziger Straße wird der nördliche Gehweg zwischen Eldenaer Straße und Samariterstraße saniert, eine Maßnahme, die bis 2026 weiterlaufen soll. Am Weichselstraße- und Hausburgstraße-Gehweg sowie im Weidenweg will der Bezirk unebene Platten beseitigen und Barrieren abbauen.2

In Kreuzberg stehen vor allem größere Durchgangsstraßen im Fokus. So werden unter anderem die Alte Jakobstraße zwischen Oranienstraße und Ritterstraße, die Blücherstraße, die Großbeerenstraße und die Kommandantenstraße abschnittsweise grundlegend saniert.

Blücherstraße & Co.: Sanierung trifft Verkehrswende

Ein besonderes Projekt ist die Blücherstraße, die schon 2025 im Abschnitt zwischen Baerwaldstraße und Hausnummer 33 saniert wird.34 Dort ist der Asphalt durch Baumwurzeln stark beschädigt, die Sanierung wird genutzt, um die Bedingungen für Bäume und Regenwasserversickerung zu verbessern und gleichzeitig Fuß- und Radverkehr sicherer zu machen.

Auch die Alexandrinenstraße wird zur Fahrradstraße umgebaut, die ersten Abschnitte sind bereits fertiggestellt. Im Zuge der Arbeiten wurden Markierungen erneuert und eine Einbahnstraßenregelung eingeführt, um den Kfz-Durchgangsverkehr zu verringern – ein Vorgeschmack auf das, was andere Kieze noch erwartet.5

Hinzu kommen weitere Umbauten im Rahmen der Verkehrsberuhigung, etwa im Ostkreuz-Kiez oder rund um neue Schulzonen. Hier geht es nicht nur um Asphalt, sondern um eine andere Aufteilung des Straßenraums: mehr Platz für Menschen zu Fuß und auf dem Rad, weniger Tempo, weniger Schleichverkehr. Wer in der Bauphase entspannte Grünpausen sucht, findet sie in unserer Parks-Übersicht für Friedrichshain-Kreuzberg.

Mehr Sicherheit auf Schulwegen und an Kreuzungen

Ein Schwerpunkt des Bezirks sind sichere Wege für Kinder. In Kreuzberg wurden bereits an acht Schulstandorten Bodenpiktogramme erneuert, die auf Tempo 30 hinweisen und Autofahrende zum langsameren Fahren anhalten sollen.

In Friedrichshain wird in der Scharnweberstraße eine Schulzone vor der Jane-Goodall-Grundschule eingerichtet, der Abschnitt zwischen Jungstraße und Finowstraße ist künftig nur noch für Fuß- und Radverkehr zugelassen. Diese Maßnahme ist Teil des Konzepts „Xhain beruhigt sich“, mit dem der Bezirk Schulumfelder und Wohnstraßen schrittweise vom Durchgangsverkehr entlasten will.

Auch viele Kreuzungen sollen 2025 umgestaltet werden, weil parkende Autos und abgestellte E-Scooter die Sichtlinien versperren und Fußgängerinnen das Überqueren erschweren. Das Straßen- und Grünflächenamt kündigt an, Kreuzungen übersichtlicher zu machen – etwa durch Gehwegvorstreckungen wie bereits in der Alexandrinenstraße 15, wo Fußgängerinnen früher gesehen werden und die Wege kürzer werden.

Was bedeutet das für Anwohnerinnen und Anwohner?

Kurzfristig heißt das vor allem: Geduld haben. Vollsperrungen wie aktuell in der Großbeerenstraße zwischen Halleschem Ufer und Ida-Wolff-Platz zeigen, was 2025 vermehrt auf den Bezirk zukommt – Absperrungen, Umleitungen, und die Suche nach einem Parkplatz wird nicht leichter.

Das Bezirksamt rechnet damit, dass Baulärm und Einschränkungen je nach Projekt über mehrere Wochen oder Monate gehen können. Bei größeren Maßnahmen werden in der Regel Umleitungsstrecken ausgeschildert, und der öffentliche Nahverkehr passt seine Routen an, sofern Linien betroffen sind.

Mittelfristig aber dürfte sich der Frust lohnen: Glattere Fahrbahnen bedeuten weniger Schlaglöcher und Spurrillen, die vor allem Radfahrende und Motorradfahrende gefährden. Sanierte, verbreiterte und von Wurzelaufbrüchen befreite Gehwege kommen Menschen mit Kinderwagen, Rollatoren oder Rollstühlen zugute – also letztlich fast allen im Kiez.

Wie das alles bezahlt wird – und was noch kommt

Für Straßensanierungen erhält der Bezirk jedes Jahr Mittel vom Land Berlin, ergänzt um Förderprogramme des Bundes, etwa „Stadt und Land“ für sichere Kreuzungen. In einer schriftlichen Anfrage des Abgeordnetenhauses wird Friedrichshain-Kreuzberg mit gut 1,46 Millionen Euro an Sanierungsmitteln ausgewiesen – Geld, das in Asphaltdecken, Bordsteine und Markierungen fließt.

Hinzu kommen Projekte, die direkt an Klimaanpassung gekoppelt sind, etwa die Entsiegelung von Flächen oder die Verbesserung der Versickerung beim Umbau der Blücherstraße. Parallel dazu werden im Rahmen der Stadtbaumkampagne 151 neue Bäume im Straßenland gepflanzt, 104 in Friedrichshain und 47 in Kreuzberg – auch das verändert langfristig das Gesicht der Kieze.

Für die Nachbarschaft heißt das: 2025 wird ein Jahr der Baustellen, aber eben auch ein Jahr, in dem man sehen kann, wie die großen Debatten um Verkehrswende, Klimaanpassung und Barrierefreiheit direkt vor der eigenen Haustür ankommen. Wer wissen will, was in der eigenen Straße genau passiert, sollte einen Blick in die Baustellenübersichten der Verkehrsinformationszentrale und die laufenden Pressemitteilungen des Bezirks werfen – und sich innerlich schon einmal darauf einstellen, das Fahrrad vielleicht ein paar Monate lieber zu schieben, dafür aber später umso entspannter zu fahren.

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Lena Marquardt
Lena Marquardt
Freie Journalistin

Freiberufliche Journalistin, kam 2008 für ein Praktikum nach Kreuzberg und ist geblieben. Schreibt über alles, was den Bezirk bewegt – mit besonderem Blick auf die Menschen hinter den Schlagzeilen.

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