Friedrichshain-Kreuzberg ist mit rund 290.000 Einwohnern einer der dichtesten und jüngsten Berliner Bezirke. Er entstand 2001 durch die Fusion zweier sehr unterschiedlich geprägter Stadtteile: das alternativ-bürgerliche Kreuzberg im Westen und das nach der Wende aufgekommene Trend-Friedrichshain im Osten.
Die acht Ortsteile reichen vom bürgerlichen Bergmannkiez über die Multikulti-Hochburg Wrangelkiez bis zum Partyquartier um den Boxhagener Platz. Diese Übersicht stellt alle vor: Lage, Wahrzeichen, Einwohnerzahl und Charakter.
Die 8 Ortsteile von Friedrichshain-Kreuzberg im Überblick. Klick dich durch die Sektionen unten für Detailkarten.
Tempelhofer Vorstadt
- Einwohner: ca. 64.000
- Lage: Süd-Kreuzberg, zwischen Gneisenaustraße und Tempelhofer Feld
- Highlights: Bergmannkiez, Marheinekeplatz, Viktoriapark, Kreuzberg-Gipfel
- Charakter: Bürgerliches Alt-Kreuzberg mit Bergmannstraße als Lebensader
Tempelhofer Vorstadt umfasst den klassischen, bürgerlich-alternativ geprägten Süden Kreuzbergs. Zentrale Achse ist die Bergmannstraße mit Cafés, Boutiquen und der Marheinekehalle.
Der Viktoriapark mit dem namensgebenden Kreuzberg-Gipfel bietet einen der bekanntesten Ausblicke. Wohnlich dominiert hochwertig sanierte Gründerzeit, die Mieten gehören zu den höchsten der Stadt.
Frankfurter Allee Süd FK
- Einwohner: ca. 57.000
- Lage: Südliches Friedrichshain entlang der Boxhagener Straße
- Highlights: Boxhagener Platz, RAW-Gelände, Simon-Dach-Straße
- Charakter: Junge Partykultur, dichte Gastronomie, hoher Touristenanteil
Frankfurter Allee Süd umfasst den südlichen Friedrichshain rund um den Boxhagener Platz. Hier liegt die dichteste Gastromeile Berlins, samstags ergänzt um den Wochen- und Flohmarkt.
Das RAW-Gelände als ehemaliges Reichsbahnausbesserungswerk ist heute Berlin-touristische Pflicht. Wohnlich besteht die Region aus durchsanierten Gründerzeitblöcken mit hoher Fluktuation.
Südliche Friedrichstadt
- Einwohner: ca. 41.000
- Lage: Zwischen Hallesches Tor, Mehringplatz und Anhalter Bahnhof
- Highlights: Jüdisches Museum, Tempodrom, Mehringplatz, IBA-Quartiere
- Charakter: Architektur-Geschichte und IBA-Wohnungsbau der 1980er
Die südliche Friedrichstadt ist geprägt durch den Wiederaufbau nach Kriegszerstörung und die Internationale Bauausstellung 1987. Der Mehringplatz bildet das räumliche Zentrum.
Kulturell wirken das Jüdische Museum von Daniel Libeskind sowie das Tempodrom an der Möckernstraße. Wohnlich finden sich IBA-Quartiere ebenso wie ältere Bestandsblöcke.
Frankfurter Allee Nord
- Einwohner: ca. 31.000
- Lage: Nördlich der Frankfurter Allee, rund um den Volkspark Friedrichshain
- Highlights: Volkspark Friedrichshain, Märchenbrunnen, Forckenbeckplatz
- Charakter: Gründerzeit am Park, ruhiger als Frankfurter Allee Süd
Frankfurter Allee Nord schmiegt sich um den Volkspark Friedrichshain, den ältesten Volkspark Berlins von 1840. Der Märchenbrunnen im Park ist ein Wahrzeichen.
Die Wohnstraßen rund um den Forckenbeckplatz und die Petersburger Straße sind ruhiger als der südliche Boxhagener-Kiez und seit Jahren stark in der Aufwertung.
Karl-Marx-Allee Süd
- Einwohner: ca. 28.000
- Lage: Südlich der Karl-Marx-Allee, zwischen Andreasviertel und Lichtenberger Straße
- Highlights: Andreasviertel, Lichtenberger Straße, Rolandufer
- Charakter: Plattenbau-Friedrichshain mit Wohnbestand der 1970er und 80er
Karl-Marx-Allee Süd erstreckt sich südlich der namensgebenden Allee bis zur Spree. Bauliches Rückgrat sind großflächige Plattenbau-Wohnsiedlungen aus DDR-Zeiten.
Das Andreasviertel als ältester Kern wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und ist heute fast vollständig Nachkriegs- und DDR-Bebauung. Verkehrlich wirkt die Lichtenberger Straße als Hauptachse.
Karl-Marx-Allee Nord
- Einwohner: ca. 26.000
- Lage: Beidseits der Karl-Marx-Allee zwischen Strausberger Platz und Frankfurter Tor
- Highlights: Karl-Marx-Allee, Stalinbauten, Strausberger Platz
- Charakter: DDR-Repräsentationsachse mit Wohnpalästen der 1950er
Karl-Marx-Allee Nord umfasst den nördlichen Teil der ehemaligen Stalinallee. Die monumentalen Wohnblöcke entlang der Allee gelten als Bauerbe der DDR und stehen unter Denkmalschutz.
Strausberger Platz und Frankfurter Tor bilden die markanten Endpunkte. Wohnen ist trotz repräsentativer Fassaden vergleichsweise erschwinglich und stadtbekannt für die hohen Decken.
Südliche Luisenstadt
- Einwohner: ca. 26.000
- Lage: Süd-Kreuzberg, zwischen Spree, Landwehrkanal und Görlitzer Park
- Highlights: Görlitzer Park, Oranienstraße, Kottbusser Tor, Wrangelkiez
- Charakter: Politisch links, dicht migrantisch, hochfrequenter Nachtkultur-Bezirk
Südliche Luisenstadt ist Kreuzberg 36 im engeren Sinne. Der Görlitzer Park und die Oranienstraße prägen das Gesicht des Stadtteils, ergänzt um den umstrittenen Knotenpunkt Kottbusser Tor.
Der Wrangelkiez und der Reichenberger Kiez bieten gentrifizierte Wohnlagen bei hoher migrantischer Vielfalt. Politisch bleibt der Stadtteil ein Schwerpunkt linker Initiativen.
Nördliche Luisenstadt
- Einwohner: ca. 19.000
- Lage: Nord-Kreuzberg, zwischen Spree, Engelbecken und Heinrich-Heine-Straße
- Highlights: Engelbecken, Köpenicker Straße, Spreequartier
- Charakter: Gemischtes Wohnen mit Mediaspree-Ausläufern
Nördliche Luisenstadt schließt nördlich an Kreuzberg 36 an und reicht bis zur Spree. Das Engelbecken als idyllische Wasserfläche und der Michaelkirchplatz sind städtische Anziehungspunkte.
Entlang der Spree haben sich Mediaspree-Projekte angesiedelt. Wohnlich finden sich denkmalgeschützte Sozialbauten, Neubauten und vereinzelt Gründerzeitblöcke.
Mehr Hintergrund zu Friedrichshain-Kreuzberg: Kriminalitätsentwicklung in Friedrichshain-Kreuzberg sowie Lebenshaltungskosten in Friedrichshain-Kreuzberg.
Ausblick
Friedrichshain-Kreuzberg steht weiterhin im Brennpunkt der Berliner Stadtentwicklung. Mieten, Touristifizierung, der Umbau der Spree-Ufer und der politische Streit um öffentliche Räume wie das Kottbusser Tor oder den Görlitzer Park bleiben prägende Themen. Die Ortsteile entwickeln sich dabei sehr unterschiedlich, jeder mit seiner eigenen Dynamik.