Es ist ein historischer Schulterschluss rund um einen der größten Knotenpunkte Berlins: Die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg und Treptow-Köpenick wollen den Verkehrsraum am Ostkreuz künftig gemeinsam planen.
Alle drei Bezirksverordnetenversammlungen haben den entsprechenden Beschluss bereits gefasst.
Jetzt sollen die Bezirksämter den Berliner Senat zur Unterstützung verpflichten.
Was die drei Bezirke konkret fordern
Im Mittelpunkt steht ein integrierter Planungsprozess, der die Grenzen der drei Bezirke überspannt.
Verkehrsfluss, sichere Wege für Fußgänger und Radfahrer, ÖPNV-Anbindung sowie die Gestaltung von Straßen und Kreuzungen sollen aus einem Guss entstehen.
Hintergrund: Am Bahnhof Ostkreuz treffen drei Bezirksgrenzen aufeinander. Planerische Zuständigkeiten enden bislang oft mitten auf der Straße.
"Wir brauchen einen gemeinsamen Plan über Bezirksgrenzen hinweg"
Lichtenbergs Verkehrsstadträtin Filiz Keküllüoğlu wird in der Pressemitteilung deutlich: Isolierte Einzelmaßnahmen reichten nicht aus.
Es brauche einen gemeinsamen Plan über Bezirksgrenzen hinweg, so die Stadträtin.1
Aus Treptow-Köpenick ergänzt Stadtentwicklungsstadträtin Dr. Claudia Leistner: Nur ein integriertes Verkehrskonzept hebe die Synergien, die ein solcher Knotenpunkt biete.
Friedrichshain-Kreuzberg: lokal beruhigt, regional auf den Senat angewiesen
Annika Gerold, Stadträtin für Verkehr in Friedrichshain-Kreuzberg, verweist auf zahlreiche bereits umgesetzte Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung im Bezirk.
Doch bei den großen Durchgangsstraßen rund um das Ostkreuz sei der Senat gefragt.
Wer die jüngsten Bauarbeiten im Bezirk verfolgt hat, findet einen aktuellen Überblick in unserem Beitrag zu den Sanierungsprojekten 2025.
Der Zeitplan: Beschlüsse im März und April
Die Initiative nahm im Frühjahr Fahrt auf.
Den ersten Beschluss fasste die BVV Friedrichshain-Kreuzberg am 25. März 2026.
Lichtenberg und Treptow-Köpenick zogen am 30. April 2026 nach.
Ostkreuz: Ein Hotspot zwischen Wachstum und Druck
Das Ostkreuz ist nicht irgendein Bahnhof: Hier kreuzen sich Ringbahn, Stadtbahn und zahlreiche Buslinien.
Rund um die Station entstehen seit Jahren neue Wohnungen, Büros und Kulturorte.
Wie sehr Friedrichshain-Kreuzberg ohnehin im baulichen Wandel steckt, zeigt unser Bericht zu den geplanten Hochhäusern mit bis zu 2.000 Wohnungen.
Was passiert als Nächstes?
Die Bezirksämter sollen den Senat nun offiziell auffordern, den integrierten Planungsprozess zu unterstützen.
Ob und wann die Senatsverwaltung für Mobilität und Verkehr einsteigt, ist bislang offen.
Klar ist: Ohne den Senat bleibt das Ostkreuz weiter ein Patchwork aus Zuständigkeiten.