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Historische Allianz am Ostkreuz: Drei Berliner Bezirke fordern gemeinsame Verkehrsplanung vom Senat

Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg und Treptow-Köpenick haben den Schulterschluss beschlossen. Drei Stadträtinnen wollen einen der komplexesten Verkehrsräume Berlins erstmals aus einem Guss planen.

Von Lena Marquardt | 11. Mai 2026
Historische Allianz am Ostkreuz: Drei Berliner Bezirke fordern gemeinsame Verkehrsplanung vom Senat © Kai Lindemann
Drei Bezirke wollen die Verkehrsplanung rund um das Ostkreuz erstmals gemeinsam angehen.

Es ist ein historischer Schulterschluss rund um einen der größten Knotenpunkte Berlins: Die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg und Treptow-Köpenick wollen den Verkehrsraum am Ostkreuz künftig gemeinsam planen.

Alle drei Bezirksverordnetenversammlungen haben den entsprechenden Beschluss bereits gefasst.

Jetzt sollen die Bezirksämter den Berliner Senat zur Unterstützung verpflichten.

Was dich erwartet

Was die drei Bezirke konkret fordern

Im Mittelpunkt steht ein integrierter Planungsprozess, der die Grenzen der drei Bezirke überspannt.

Verkehrsfluss, sichere Wege für Fußgänger und Radfahrer, ÖPNV-Anbindung sowie die Gestaltung von Straßen und Kreuzungen sollen aus einem Guss entstehen.

Hintergrund: Am Bahnhof Ostkreuz treffen drei Bezirksgrenzen aufeinander. Planerische Zuständigkeiten enden bislang oft mitten auf der Straße.

"Wir brauchen einen gemeinsamen Plan über Bezirksgrenzen hinweg"

Lichtenbergs Verkehrsstadträtin Filiz Keküllüoğlu wird in der Pressemitteilung deutlich: Isolierte Einzelmaßnahmen reichten nicht aus.

Es brauche einen gemeinsamen Plan über Bezirksgrenzen hinweg, so die Stadträtin.1

Aus Treptow-Köpenick ergänzt Stadtentwicklungsstadträtin Dr. Claudia Leistner: Nur ein integriertes Verkehrskonzept hebe die Synergien, die ein solcher Knotenpunkt biete.

Friedrichshain-Kreuzberg: lokal beruhigt, regional auf den Senat angewiesen

Annika Gerold, Stadträtin für Verkehr in Friedrichshain-Kreuzberg, verweist auf zahlreiche bereits umgesetzte Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung im Bezirk.

Doch bei den großen Durchgangsstraßen rund um das Ostkreuz sei der Senat gefragt.

Wer die jüngsten Bauarbeiten im Bezirk verfolgt hat, findet einen aktuellen Überblick in unserem Beitrag zu den Sanierungsprojekten 2025.

Der Zeitplan: Beschlüsse im März und April

Die Initiative nahm im Frühjahr Fahrt auf.

Den ersten Beschluss fasste die BVV Friedrichshain-Kreuzberg am 25. März 2026.

Lichtenberg und Treptow-Köpenick zogen am 30. April 2026 nach.

Ostkreuz: Ein Hotspot zwischen Wachstum und Druck

Das Ostkreuz ist nicht irgendein Bahnhof: Hier kreuzen sich Ringbahn, Stadtbahn und zahlreiche Buslinien.

Rund um die Station entstehen seit Jahren neue Wohnungen, Büros und Kulturorte.

Wie sehr Friedrichshain-Kreuzberg ohnehin im baulichen Wandel steckt, zeigt unser Bericht zu den geplanten Hochhäusern mit bis zu 2.000 Wohnungen.

Was passiert als Nächstes?

Die Bezirksämter sollen den Senat nun offiziell auffordern, den integrierten Planungsprozess zu unterstützen.

Ob und wann die Senatsverwaltung für Mobilität und Verkehr einsteigt, ist bislang offen.

Klar ist: Ohne den Senat bleibt das Ostkreuz weiter ein Patchwork aus Zuständigkeiten.

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Lena Marquardt
Lena Marquardt
Freie Journalistin

Freiberufliche Journalistin, kam 2008 für ein Praktikum nach Kreuzberg und ist geblieben. Schreibt über alles, was den Bezirk bewegt – mit besonderem Blick auf die Menschen hinter den Schlagzeilen.

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